EURO auf Zwanzigjahrestief und Rohöl so tief wie vor Kriegsbeginn

EURO auf Zwanzigjahrestief und Rohöl so tief wie vor Kriegsbeginn

Marktinfo vom 07. September 2022 – Settlement ICE Gasoil gestern war 1079,25 USD. Heute Morgen steht der Kurs bei 1082,00 USD. Das Währungspaar EUR/USD steht bei 0,9895.

Der EURO steht aktuell so tief zum US-Dollar, wie seit 2002 nicht mehr. Die Gründe sind vielfältig. Zum einen hat die amerikanische Notenbank FED schon vor Monaten angefangen, die Zinsen zu erhöhen, um der steigenden Inflation entgegenzuwirken. Die Europäische Zentralbank hat sich bis jetzt mit Zinserhöhungen zurückgehalten. So fließt vermehrt Kapital in die USA.

Morgen treffen sich die Notenbanker der EZB, um über die weitere Geldpolitik zu entscheiden. Erwartet wird ein Zinsschritt um 75 Basispunkte. Experten sehen selbst solch einen Schritt als zu niedrig an. Allerdings steht die EZB in einem Dilemma. Hohe Inflation auf der einen Seite und hoch verschuldete Staaten wie Italien oder Frankreich auf der anderen Seite, die durch eine zu hohe Zinslast zu „ersticken“ zu drohen. Der schwache EURO hat auch was mit der zukünftigen prognostizierten wirtschaftlichen Entwicklung im EURO-Raum zu tun. So wird erwartet, dass durch hohe Energiepreise Firmenpleiten drohen und Europa so auf eine Rezession zusteuert.

Die Rohölsorte Brent steht so niedrig, wie seit Beginn des Krieges nicht mehr. Seit Anfang Juni ist der Kurs um über 25 Prozent gefallen. Auch hier werden Rezessionsängste eingepreist. Experten rechnen mit einer Stagflation, wo die Wirtschaft stagniert oder schrumpft, die Inflation aber weiter steigt. Gasöl sinkt in den letzten Wochen allerdings nicht so stark wie Brent. Ein Hauptgrund ist die chronische Unterversorgung von Mitteldestillat in Europa, speziell in Deutschland. Europäische Raffinerien sind nicht primär auf die Produktion von Heizöl und Diesel ausgelegt. So muss viel importiert werden.

Im Wirtschaftskalender steht heute der kurzfristige Energieausblick der EIA in den USA auf der Agenda.

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