Kostet Rohöl bald 100 Dollar?

Ölmarkt: Kostet Rohöl bald 100 Dollar?

Settlement ICE Gasöl gestern war 787,50 USD. Heute Morgen steht der Kurs bei 783,50 USD. Das Währungspaar EUR/USD zeigt Schwäche und steht bei 1,1215.

Die Nordseesorte Brent im Rohöl hat gestern seit 2014 das erste Mal über 90,00 USD notiert. Niedrige Bestände weltweit, geopolitische Risiken und eine steigende Nachfrage haben zu einem toxischen Mix geführt. Viele Länder, die im Zuge der Corona-Pandemie ihre Produktion runtergefahren haben, sind nun aufgrund fehlender Investitionen, nicht mehr in der Lage, die erhöhte Nachfrage zu bedienen.

Es gibt Analysten, die von einem bevorstehendem „Commodity super Cycle“ sprechen. Hier gehen Rohstoffpreise über eine Periode von mehreren Jahren nach oben. Zuletzt gab es solch einen Zyklus von Anfang der 2000er bis zur Finanzkrise 2008. Damals notierte Brent im Hoch bei über 145 USD. Der „Bloomberg Commodity Spot Index“ notiert bereits auf einem Allzeithoch. Hier werden sämtliche Rohstoffe, die Börsennotiert sind, indexiert.

Eine Hoffnung auf mehr Öl ist der Iran. Die Gespräche um das Atomabkommen mit dem Iran schreiten voran. Ein russischer Unterhändler hat gestern verkündet, dass im Zuge einer neuen Vereinbarung, Sanktionen gegen den Iran fallengelassen werden könnten. 1,4 – 1,5 Millionen Barrel am Tag könnten dann wieder mehr auf den Markt kommen.

Gestern Abend hat die amerikanische Notenbank FED verkündet, im März mit der ersten Zinserhöhung beginnen zu wollen. Die Aktienmärkte haben dies nicht gut verdaut. Während der Pressekonferenz der FED wurden Aktien abverkauft. Der Dollar hat an Stärke zugenommen. Öl blieb davon unbeeindruckt, was als bullisches Signal für Öl zu werten ist.

Gestern wurden DOE-Bestandsdaten veröffentlicht. Die Daten im Detail: Crude: 2.377M / Cushing: -1.823M / Gasoline: 1.297M / Distillates: -2.798M

Charttechnisch hat Gasöl den markanten Widerstand von 780,00 USD überwunden. Diese Marke stellt nun eine Unterstützung dar. Sollte diese Marke nicht nachhaltig überschritten werden können, dann ist mit einem Fehlausbruch und einer Korrektur nach unten zu rechnen. Der nächste nennenswerte Widerstand liegt im Bereich von 830,00 USD.

Im Wirtschaftskalender stehen heute Auftragseingänge für langlebige Güter, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und schwebende Hausverkäufe (alles USA).

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