Sorge vor Unterversorgung

Ölmarkt: Sorge vor Unterversorgung

Die ICE hat gestern um 17.30h mit 1247,75 USD geschlossen, das ist ein Plus von 20,50 USD und Rohöl der Sorte Brent hat mit 107,58 USD geschlossen, ein Plus 0,44 USD.

Nach einem verhaltenen Wochenbeginn konnten sich die Preise gestern im Laufe des Tages bei der Marke 1220 USD stabilisieren und zum Handelsschluss ihre Gewinne ausbauen. Aktuell handelt die ICE bei 1268 USD (8.20h) das ist ein sattes Plus von 20,50 USD. Trotz gedämpfter Stimmung an den Aktienmärkten und einer harten Corona-Politik in China, die in über 70 Städten, darunter auch Shanghai, einen Lockdown verordnet haben, steigen die Ölpreise unbeirrt weiter. Auch ein Anstieg der US-Förderanlagen lt. Baker Hughes haben z. Zt. keine Auswirkung auf die Ölpreise. Im Mittelpunkt steht die Unterversorgung der europäischen Märkte, die im Moment versuchen, die Lücke zu schließen, die ein Verzicht auf russisches Öl verursacht.

In den USA sinken die Bestände an Diesel und Benzin weiter und verteuern den Inlandsmarkt. Raffinerien vermarkten derzeit einen Teil ihrer Produktion nach Lateinamerika, da die Kundschaft aus diesen Ländern einen guten Preis für Diesel und Benzin bezahlt und die Marge höher ist als gewöhnlich, für Diesel bekommt man im 5,16 USD/Gallone und das ist im Durchschnitt 1 USD mehr als für Benzin. Die Exporte haben den höchsten Stand seit 2016 erreicht und ein Ende ist im Moment nicht absehbar. Die EU diskutiert ein Ölembargo, mit Ausnahme von Ungarn und der Slowakei, die fast ausschließlich von Russland abhängig sind. Die OPEC konnte auch im März nicht ihr Förderziel erreichen, lediglich Saudi-Arabien konnte die Förderung steigern. Innerhalb der OPEC schaut man sich genau die Lage in China an und da die Regierung den Lockdown weiter ausweitet, sieht man im Moment keine Notwendigkeit die Förderung zu steigern, man will einen Abschwung der Ölpreise nicht riskieren. Zukünftig will die OPEC die Daten der IEA nicht mehr verwenden, da sie die Nachfrageeinschätzung der IEA als einen Affront ansieht, diese sei nach Meinung der OPEC viel zu tief. Analysten sind der Meinung, die IEA könnte als Player am internationalen Markt an Bedeutung gewinnen und mehr Einfluss auf die Preise nehmen, die IEA verwaltet Ölreserven und nach Kriegsbeginn in der Ukraine hat die IEA 180 Mio. Barrel Rohöl aus der strategischen Reserve ihrer Mitgliedsstaaten freigegeben. Der Preis kennt im Moment nur eine Richtung, nach oben. Weiterhin sollte der Markt aber sorgfältig beobachtet werden, da angesichts solcher Kurssprünge es auch leicht zu einer Überhitzung kommen könnte.

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