TOTAL wird in Zukunft kein russisches Öl mehr kaufen und warnt vor Dieselknappheit

Ölmarkt: Deutschland sucht neue Energielieferanten und sträubt sich gegen ein Embargo

Settlement ICE Gasöl gestern war 1171,25 USD. Heute Morgen steht der Kurs bei 1169,00 USD. Das Währungspaar EUR/USD steht bei 1,1025.

Der französische Ölkonzern TotalEnergies hat gestern bekanntgegeben in Zukunft auf russisches Öl verzichten zu wollen. Ein erster Kontrakt, der Ende März dieses Jahres ausläuft, werde nicht verlängert. Spätestens bis Ende 2022 wolle man gänzlich auf russisches Öl verzichten. TOTAL ist der Hauptbetreiber, der deutschen Raffinerie in Leuna. Das Rohöl für die Weiterverarbeitung in Leuna kommt zu einem sehr großen Teil über die Druschba-Pipeline aus Russland.

In der gestrigen Bekanntmachung von TOTAL, wurde auch angesprochen, dass man in Europa auf eine Gasölknappheit (Diesel und Heizöl) zulaufen würde. Zwölf Prozent des Gasöls, welches in Europa verbraucht würde, käme aus Russland. Dieses zu ersetzen werde sehr schwer, da Europa „short“ an Gasöl sei.

Auch der niederländischer Rohstoffhändler Trafigura äußerte ähnliches. Auf einer Konferenz sagte der CEO Jeremy Weir wörtlich: „Der Dieselmarkt ist sehr eng. Er wird immer enger und es wird voraussichtlich zu zwischenzeitlichen Lagerleerständen kommen.“ Außerdem äußerte er, dass es bereits an 2 bis 2,5 Millionen Barrel am Tag, an russischem Rohöl und Produkten fehle.

Gestern Abend wurden API-Bestandsdaten veröffentlicht. Die Daten im Detail: Crude: -4.280M / Cushing: +0.646M / Gasoline: -0.626M / Distillates: -0.826M

Im Wirtschaftskalender stehen heute DOE-Bestandsdaten aus den USA auf der Agenda.

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