Unruhen in Libyen und weniger russische Energieexporte lassen die Preise zum Wochenende steigen

Ölmarkt: Unruhen in Libyen und weniger russische Energieexporte lassen die Preise zum Wochenende steigen

Marktinfo vom 15. Juli 2022 - Eine bewaffnete Gruppe überfällt die NOC (National Oil Company) in Libyen. Die Gruppe will den jetzigen Leiter Sanalla dazu zwingen, einen neuen Vorstand bei der NOC einzusetzen. In den letzten Monaten gab es immer wieder Zwischenfälle bei der NOC, dabei geht es um die Kontrolle der Ölförderung und Exporte und um die Verwaltung der Einnahmen aus diesen Geschäften. In Libyen tobt seit Jahren ein Bürgerkrieg und beide Kriegsparteien ringen um die Kontrolle des wichtigen Ölgeschäftes.

Auch ein Rückgang russischer Energieexporte lassen die Preise weiter ansteigen. Der Warenstrom von russischem Öl verlagert sich immer mehr gen Osten und auch der Nahe Osten erhöht seine Abnahmemengen an russischem Öl. Im Moment wird hauptsächlich viel Heizöl in den Nahen Osten verschifft, das für die Erzeugung von Strom genutzt wird.

Die Preise konnten sich gestern an den internationalen Ölbörsen etwas erholen, da die Nachfrage etwas gefallen ist. Auslöser hierfür ist ein starker Dollarkurs, der das Geschäft für Anleger und Spekulanten unattraktiv macht. Die Meldung, dass die USA aber im Atomstreit mit dem Iran nicht ewig auf eine diplomatische Lösung warten, lässt die Märkte heute Morgen wieder bullisher reagieren.

Einen Hoffnungsschimmer auf zukünftig moderatere Rohölpreise könnte sein, dass die USA sich Venezuela annähern. Dann könnten Sanktionen gelockert werden und Venezuela könnte dann wieder mehr Öl exportieren. Damit würde wahrscheinlich die Inflation in den USA sinken, aber auch das fehlende russische Öl auf dem internationalen Markt könnte ausgeglichen werden.

Wir wünschen eins schönes Wochenende!

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