Juni 2020

Markt wartet auf Treffen der OPEC+

Die Marktteilnehmer warten gebannt auf das OPEC+ Treffen, welches eigentlich am gestrigen Donnerstag hätte stattfinden sollen. Einige Teilnehmer wollen das Treffen erst stattfinden lassen, wenn sich die Länder vorher zu ihren Förderkürzungen bekennen. Gerüchten zufolge wollen Kuwait und die Vereinten Arabischen Emirate keinen Kürzungen zustimmen, die über den Juni hinausgehen. Sollte sich die OPEC nicht einigen können, wäre das ein klar bärisches Signal.

Gestern hat die EZB den Leitzins unverändert gelassen, jedoch wurde das „Pandemic emergency purchase programme“ (PEPP) um EUR 600 Milliarden ausgeweitet. Daraufhin zeigte der Euro Stärke. Der aktuell bei 1,1370 notiert.

Der starke Euro macht das in Dollar gehandelte Öl in Europa günstiger. Die für Heizöl wichtige börslich gehandelte Referenzsorte ICE Gasoil notiert seit Anfang der Woche über dem 50 Tage gleitenden Durchschnitt, was gegen den starken Euro steuert und als bullish zu werten ist.

Erholung der Ölpreise bald zu Ende?

Nachdem die Öl-Sorte Brent seit Anfang des Jahres im Zuge der Coronakrise und den daraus resultierenden weltweiten Lock-Downs von $70 auf $16 Ende April gefallen ist, konnte die Sorte vom Tief auf $40 zulegen. Das entspricht einer Steigerung um 150%.

Beigetragen dazu haben Lockerungsmaßnahmen und die Aussicht auf eine Entspannung der weltweiten Einschränkungen des Reiseverkehrs.

Diese Woche wollen sich die OPEC+ Staaten treffen, um über eine Verlängerung, der schon bestehenden Förderkürzungsmaßnahmen zu entscheiden. Irak und Nigeria sollen sich nicht an die abgemachten Kürzungen gehalten haben, somit besteht Klärungsbedarf. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich nicht immer alle Mitgliedstaaten an die abgemachten Vereinbarungen gehalten haben.

Am gestrigen Mittwoch wurden die US-Bestandsdaten der vorvergangenen Woche veröffentlicht. Diese haben stärker als erwartete Aufbauten bei Mitteldestilaten und Benzin gezeigt. Darauf hat der Aufwärtstrend eine Pause eingelegt.

Auch der zunehmende Streit zwischen den USA und China könnte die Stimmung an den Märkten kippen.

Aus Charttechnischer Sicht ist der Markt überkauft und es könnte zu Gewinnmitnahmen und einer Erholung der Preisrally kommen.